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Ramberg Historic 2010
25. Juli 2010, Ramberg

Ein Rallye-Bericht von Sarah Wurth
Alles begann am 24.07.2010. Arbeitsbedingt konnten mein Vater und ich erst abends nach
Ramberg aufbrechen und hatten unsere Fahrer mittags schon vorausgeschickt. Alles verlief nach
Plan, laut Navi sollten wir pünktlich zu einem späten Abendessen im Hotel eintreffen, bis auf
einmal mein Telefon klingelte. Meine Fahrerin – und Mutter – erklärte mir völlig aufgelöst, dass der
Auspuff an unserem Auto defekt sei… Ich verstand die Aufregung nicht, schon als Damenteam mit
dem „italienischen Gebrauchtwagen“ belächelt (näheres dazu später), stellte ich mir die Gesichter
so mancher Konkurrenten vor, wenn wir mit einem Sound, verglichen mit einem offenen 8-
Zylinder, an ihnen vorbeizogen (selbstverständlich äußerte ich diese Vorstellung nicht laut,
immerhin wollte ich das Wochenende im Auto überleben – wobei ich in diesem Fall weniger an
der Funktionsfähigkeit des Fahrzeuges zweifelte…).  

Glücklicherweise fand meine Mutter in Ramberg ein ortsansässiges, technisch begabtes Vater-
Sohn-Team, welches unseren Italiener sofort in ihre Garage (mit Hebebühne!) brachte und anfing,
den Auspuff zu schweißen. Wie sich mittlerweile herausstellte, der KFZ-Meister der technischen
Abnahme.



















Als mein Vater und ich nach einigen Wendemanövern (Ich bin Beifahrer…ich lass mir doch von
einem Navi nichts erzählen!!) schließlich im Hotel ankamen, stand unser Alfa wie neu, und mit den
gewohnten Dezibel, in der Einfahrt. Die Rallye konnte beginnen!

Beim ersten Blick in das Roadbook am nächsten Morgen war die Aufgabe des Tages klar: Schnitte,
Schnitte wohin das Auge reichte, teilweise mit bis zu 5 Schnittwechseln oder einer Endzeit-
Lichtschranke gespickt. So saßen an diesem Samstagmorgen drei Sanduhr-Beifahrer der Scuderia
del Castello vor einem reichlich bestückten Frühstückstisch und gingen letztendlich doch mit
leerem Magen – aber dafür mit vollständig berechnetem Roadbook- an den Start.

Die Morgenetappe begann gemütlich mit einer Lichtschranke, zeigte aber den Fahrern schon bei
der zweiten Wertungsprüfung was es hieß, eine Ramberg zu fahren: Ein Schnitt über 30km und 5
Schnittwechsel! Bis zur Mittagspause sah ich als Beifahrerin leider nur meine Schnitttabellen und
nichts von der Strecke, die, wie mir im Nachhinein erzählt wurde, herrlich gewesen sein soll!

Mittags erlaubte ich mir allerdings doch immer wieder Blicke aus dem Fenster, als wir einen
kleinen historischen Rallye-Exkurs mit den GLPs Waldleiningen (von Rallyeweltmeister Walter Röhrl
als eine der besten Asphalt-Wertungsprüfungen bezeichnet), Totenkopf und Heldenstein geboten
bekamen.

Mit einem guten Gefühl und, unserer Einschätzung nach, fehlerfrei kamen wir schließlich im Ziel
an und wurden sofort von der herzlichen, familiären Atmosphäre vor dem Rallyezentrum
mitgerissen. Die Organisatoren hatten sich unter die Fahrer gemischt und sammelten die Eindrücke
des Tages bei einer Tasse Kaffee und selber gebackenem Kuchen. Die Zufriedenheit mit der
Veranstaltung konnte man bei (fast) allen Teilnehmern im Gesicht ablesen (insbesondere bei
unserem Scuderia-Neuling Michael Bayer und seinem Beifahrer Timo Hittinger, die an diesem
Wochenende alle mit ihrer guten Laune angesteckt haben!).














Nach Aushang der Ergebnisse der ersten Wertungsprüfungen sah es für meine Mutter und mich
nicht schlecht aus. Umso überraschender (und im Endeffekt auch amüsanter) kam für mich der
Kommentar eines Konkurrenten (übrigens selbiger wie mit dem „italienischen Gebrauchtwagen“),
wir Frauen seien doch eh keine Konkurrenz. Der gute Herr hatte wohl das Ergebnis noch nicht
gesehen! Deswegen tat dieser Ausspruch auch unserer guten Laune keinen Abbruch und wir
genossen den Abend bei einem leckeren zünftigen Abendessen mit Braten, Bratwurst und netten
Gesprächen.

Ein großes Lob an die Organisatoren der Ramberg Historic für eine schöne und interessante
Veranstaltung, eingebettet in eine lockere, familiäre Atmosphäre, bei der man sich einfach
wohlfühlen musste!

Zusammengefasst:

-        Fehlerfreies Bordbuch
-        Tolle Organisation mit Helfern, die immer ein Lächeln auf den Lippen hatten
-        Interessante Strecken (siehe ehemalige Rennstrecken)
-        Leider eine etwas einseitige Aufgabenstellung, da nur Schnitt gefahren wurde (und das
teilweise auf zu langen Strecken!)
-        Leckere Verpflegung
-        Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
-        Interessante Preise: Da Ramberg ein Bürstenbinderdorf ist, bekamen die drei besten Teams
jeweils zwei Besen statt Pokalen 